Breeder..............Züchter


DIE VORAUSSETZUNGEN DER ZUCHT. J.M. Evans & Kay White. "Die Hündin"

Viele Hündinnenbesitzer geraten leider in die Versuchung, nicht vorauszuplanen und entscheiden sich kurzerhand für das Züchten. Achte darauf, diesem Fehler zu verfallen, es könnte Dich nicht nur Zeit, Geld und viel Arbeit kosten, sondern auch in Ärger und Reue enden.

Bei dem enormen Überschuss an Hunden, den wir bereits haben, bedeutet Züchten zunächst, neue Welpen zu produzieren. So muss man schon überzeugende Gründe haben, ehe man an einen Wurf denkt. Alleine in England werden jährlich etwa 150.000 gesunde Hunde getötet, weil sie niemand mehr will; und bis zu 250.000 Hunde- Rassehunde wie Mischlinge- befinden sich in Tierheimen, warten auf einen neuen Besitzer. Hunde in Tierheimen befinden sich auf einer Spirale nach unten. Je länger sie dort in Zwingern leben, um so niedriger liegen ihre Chancen, ein neues Zuhause zu finden In den deutschsprachigen Ländern mag die jährliche Tötungsrate wesentlich niedriger sein, aber zumindest ebenso unerfreulich ist die Situation in den Tierheimen, weshalb die englischen Zahlen zum Nachdenken anregen müssten Vielleicht dauert es auch gar nicht lange, bis auch das deutsche Tierschutzgesetz in der Richtung abgeändert wird, dass es den Tierheimen erlaubt wird, nicht vermittelbare Hunde einschläfern zu lassen.
Wahrscheinlich glaubst Du, besonders wenn Du noch nie gezüchtet hast, dass ein solches Schicksal Deinen Welpen nie zustoßen könne. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dennoch geschieht, liegt um so höher, je populärer die Rasse ist, in der Du zu züchten beginnst. Erfahrene Züchter werden Dir bestätigen, dass Abnehmer, die klare Vereinbarungen getroffen haben, oft genau zu dem Zeitpunkt abspringen, wenn der Welpe abgabebereit ist. Trotz sorgfältigster Überprüfung stellen sich manche Käufer als ungeeignet, ja unverantwortlich heraus; und allzu oft verändert sich bald nach dem Kauf das Leben selbst unserer besten Abnehmer in die Richtung, dass sie bitten, den Welpen zurückzunehmen. Moralisch gesehen solltest Du dies akzeptieren, den Du alleine bist verantwortlich, dass der Wurf überhaupt zustande kam.
Du musst den Wurf behalten, bis alle Welpen verkauft sind. Das kann 12 bis 16 Wochen, manchmal sogar sechs Monate dauern. Tierheime und rassevereinseigene Hilfsorganisationen sind nicht dazu da, Welpen von Züchtern zu übernehmen, denen es unbequem geworden ist, die Tiere noch länger zu halten.
Viele Hundefreunde können sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich die Frage stellen könnte, Welpen einschläfern lassen- erst wenige Monate alt- einfach, weil man für sie keinen Abnehmer finden kann. Dies ist nach dem deutschen Tierschutzgesetz eindeutig verboten. Trotzdem sollte man Welpen nie einfach verschenken oder billig verkaufen, nur um sie loszuwerden. Die meisten Fachleute stimmen darin überein, dass wer einen Welpen übernimmt, auch bereit sein muss, den geforderten Preis zu bezahlen. Der neue Besitzer muss ja auch finanziell in der Lage sein, den Hund hinsichtlich Futter, tierärztlicher Betreuung, Unterbringung während des Urlaubs u .a. zu unterhalten. Ohne finanzielle Mittel ist Hundehaltung nicht möglich.
Rassehundezucht auf kleiner Zuchtbasis ist kein sich selbst bezahlendes Hobby, vorsätzliche Zucht von Mischlingen wäre extreme Torheit.
Es gibt keinen einzigen medizinischen Grund, weshalb man mit einer Hündin züchten sollte. Die Vorstellung, ein Wurf tue jeder Hündin gut, hat sich als absolut unwahr erwiesen. Einen Wurf zu gebären trägt in keiner Weise dazu bei, die Gesundheit der Hündin zu wahren, könnte im Gegenteil sogar zu Krankheiten führen. Lasse Dich deshalb durch derart törichte Gründe niemals verleiten, einen Wurf zu züchten.
Wenn Du entschlossen bist, einen Wurf zu züchten- unabhängig aus welchen Gründen- solltest Du ebenso gewiss anstreben, dass dieser Wurf der gesündeste und am besten sozialisierteste sein wird, der je als Familienhunde angeboten wurde. Selbst wenn Du bei dieser Gelegenheit versuchst, ein Spitzenausstellungsexemplar für Dich selbst zu züchten, musst Du Dir klar darüber sein, dass 75% der Welpen aus diesem Wurf- aus jedem je gezüchteten Wurf- für den Liebhabermarkt gezüchtet werden. Du kannst sehr viel dazu beitragen, dass aus Deinen Hunden erfolgreiche Liebhaberhunde werden, indem Du sie frühzeitig auf das Leben vorbereitest, das ihnen bevorsteht.

Hast Du den notwendigen Platz?
Hast Du genügend Zeit?
Besitzt Du die richtige Veranlagung?
Hast Du genügend Geld?
Kannst Du Deine Welpen verkaufen?

BREEDING
Breeding ist der englische Begriff für das Züchten. ZUCHT, ist laut Bi-Lexikon: " von bestimmten Grundsätzen ausgehende und sich der Ziele bewusste Paarung von Haustieren. Die Zucht hat das Ziel, von den vorhandenen Zuchttieren eine möglichst zahlreiche, kräftige und gesunde Nachkommenschaft zu gewinnen, welche die Vorzüge der Eltern vererben, deren Fehler und Mängel dagegen verdrängt. Die Zucht ist die Auswahl von denjenigen Tieren, die am besten zueinander passen und ihre elterlichen Vorzüge in den Kindern erhalten, jedoch die Mängel beseitigen. Das Ziel ist es, die Eigenschaften einer Rasse allmählich zu vervollkommen. Die Zucht stellt an den Züchter hohe Anforderungen.Der zielbewusste Züchter muss nicht nur ein klares Zuchtziel vor Augen haben. Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht sind weiterhin gutes Zuchtmaterial, geeignete Unterbringung der Hunde und Möglichkeiten für die Aufzucht der Welpen.

Wer meint, damit Geld verdienen zu können, sollte die Zucht gar nicht erst beginnen. Spätestens, nachdem er drei oder vier Jahre Rassehunde gezüchtet hat, wird er seine Meinung revidieren müssen. Sind alle Voraussetzungen, einschließlich der ordnungsgemäßen Unterbringung der Tiere erfüllt, muss der Züchter bei jeder die Zucht betreffenden Entscheidung sich darüber im klaren sein, dass er die Verantwortung und die Pflicht der gewählten Rasse gegenüber hat, diese durch geeignete Paarung, vorbildliche Aufzucht und Haltung weiter zu verbessern."Ein Züchter zu sein, bedeutet also nicht beliebige Hunde miteinander zu verpaaren und niedliche Welpen zu bekommen. Ohne Grundwissen, Berücksichtigung von Ahnen, erblichen Krankheiten und vielen anderen Dingen liegen solche "Züchter" in der Kategorie Vermehrer. Das es davon genug gibt es, wissen wir alle. Der Züchter muss schon mehr können. Das Ziel eines Züchters muss darin bestehen, den besten Hund aller Zeiten zu züchten, wenn es auch schwer zu erreichen ist.